Der erste Schritt zu eurer finanziellen Übersicht
Wenn ihr eure finanzielle Situation verbessern wollt, müsst ihr zunächst wissen, wo ihr steht:
Was habt ihr?
Was kommt rein?
Und vor allem – was geht raus?
Startet mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme:
Listet eure flüssigen Mittel auf – also Bargeld, Guthaben auf Girokonten, Tagesgeldkonten oder Sparbüchern.
Auf der anderen Seite stehen eure Verbindlichkeiten: Bankkredite, private Schulden, Ratenzahlungen und Co.
Wenn ihr das geschafft habt, geht’s an den nächsten – und vielleicht wichtigsten – Schritt:
Das Haushaltsbuch – euer finanzieller Kompass
Ein Haushaltsbuch hilft euch, den Überblick über eure Finanzen zu behalten. Ihr seht schwarz auf weiß, wo euer Geld hingeht und erkennt schnell, wo sich Einsparpotenziale verstecken.
Wie ihr euer Haushaltsbuch führt, bleibt euch überlassen – wichtig ist nur: Ihr müsst euch mit dem gewählten Medium wohlfühlen. Das erhöht die Chance, dass ihr wirklich dranbleibt.
Hier ein Überblick über die gängigen Varianten:
📖 Papierform – klassisch, aber überschaubar
Die traditionelle Variante. Ihr braucht kein technisches Know-how – ein Stift und ein Heft genügen.
Nachteil: Ihr müsst alles selbst nachrechnen, habt wenig Flexibilität und Mobilität. Ideal für alle, die es gern analog mögen.
💻 Excel – flexibel und individuell
Eine Excel-Tabelle bietet viele Möglichkeiten. Sie rechnet automatisch für euch, lässt sich individuell anpassen und nach Belieben sortieren.
Einziger Haken: Mobil ist sie nur, wenn ihr die Datei z. B. in einer Cloud speichert und am Smartphone öffnet. Ein Beispiel findet ihr HIER
📱 App – modern und komfortabel
Haushaltsbuch-Apps gibt es in allen Formen – von kostenlos bis Premium.
Sie rechnen automatisch, bieten meist Auswertungen und sind durch die Mobilität perfekt für unterwegs.
Hier heißt es: ausprobieren und die App finden, die euch am meisten zusagt.
Wie führe ich ein Haushaltsbuch richtig?
Egal, für welche Variante ihr euch entscheidet – der erste Schritt ist immer derselbe:
Erstellt sinnvolle Kategorien für eure Einnahmen und Ausgaben.
Viele Apps liefern Vorlagen, doch ihr könnt (und solltet) sie individuell anpassen.
Ziel ist eine klare, aber nicht zu kleinteilige Struktur.
Ein Beispiel:
Ich habe die Kategorie „Einkauf / Lebensmittel“. Darunter fallen nicht nur Lebensmittel, sondern auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Waschmittel oder Duschgel.
Für mich reicht das völlig aus.
Was ihr nicht tun solltet: jede Kleinigkeit einzeln kategorisieren.
Kategorien wie „Brot“, „Käse“ oder „Wasser“ machen euch beim Eingeben schnell wahnsinnig.
Wenn ihr merkt, dass eine Kategorie überdurchschnittlich viel Geld frisst, könnt ihr sie später immer noch aufsplitten.
Und ganz wichtig: Seid ehrlich zu euch selbst.
Das Haushaltsbuch ist nur für euch – es gibt keinen Grund, etwas zu beschönigen. Wenn ihr wisst, dass ihr einen Käsetick habt, dann gebt’s ruhig zu und macht daraus eine eigene Kategorie. 😉
Fixe Einnahmen und Ausgaben festhalten
Erstellt euch eine Übersicht über eure regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben:
Einnahmen:
- Gehalt / Lohn
- Mieteinnahmen
- Pachten
Ausgaben:
- Miete
- Versicherungen
- Telefon, Internet, TV, Handy
- Laufende Kredite oder Ratenzahlungen
In Excel oder Apps lassen sich wiederkehrende Posten bequem automatisieren.
In der Papierform lohnt es sich, diese auf einer eigenen Seite festzuhalten, damit ihr sie nicht jeden Monat neu eintragen müsst.
Am Anfang braucht es ein wenig Disziplin, bis das Haushaltsbuch zur Routine wird.
Aber der Aufwand lohnt sich: Ihr bekommt einen klaren Überblick, wo euer Geld bleibt, und erkennt, wo ihr gezielt ansetzen könnt.
Und was passiert danach?
Wenn euer Konto dauerhaft grüne Zahlen schreibt – Glückwunsch! Dann habt ihr eine gute Basis, um weiter aufzubauen.
Wenn ihr dagegen regelmäßig rote Zahlen seht oder schon bei den Fixkosten ins Minus rutscht, ist es höchste Zeit zu handeln.
Sobald ihr wisst, wie viel Geld euch monatlich nach Abzug aller Fixkosten bleibt, könnt ihr beginnen, gezielt zu planen.
Viele Apps bieten hier praktische Budgetfunktionen, mit denen ihr für jede Kategorie ein monatliches Limit festlegen könnt.
Habt ihr schließlich den vollen Überblick, seid ihr bereit für den nächsten Schritt:
Eure Finanzen gezielt zu optimieren – Schritt für Schritt, nachhaltig und realistisch.

