Grundsätze

Grundsätze

Ziele klar definieren

Der Anfang von allem sollte sein, dass ihr eure Ziele klar definiert. Wenn ihr es ganz professionell angehen wollt, nutzt Methoden wie das SMART-Prinzip zur Formulierung. Es darf aber auch etwas einfacher sein – wichtig ist nur: eure Ziele müssen realistisch sein.

Zu hoch gesteckte, unerreichbare Ziele führen nur zu Enttäuschung und Resignation. Zu niedrige Ziele hingegen verschwenden euer Potenzial.

Ein paar Beispiele, wie es nicht und wie es besser geht:

Klar definiert:
Ich möchte früher in Rente gehen.
Ich möchte spätestens mit 60 in Rente gehen.

Ich möchte mehr Freizeit.
Ich möchte in den nächsten fünf Jahren meine Arbeitszeit auf 90 % reduzieren.

Realisierbare Ziele:
Ich möchte in einem Jahr Millionär sein.
Ich möchte in einem Jahr drei Monatsgehälter als finanzielle Reserve zurückgelegt haben.

Ich möchte im kommenden Jahr befördert werden.
Ich nehme im kommenden Jahr an mindestens einer Weiterbildung teil, um meine Aufstiegschancen zu erhöhen oder mehr Gehalt verhandeln zu können.


Leben im Hier und Jetzt

Eine dicke Rente? Klingt super. Früher in Rente gehen? Noch besser. Aber all das kostet Zeit, Nerven und Geduld. Niemand weiß, wie fit er im Rentenalter wirklich ist.

Ich habe in meinem Beruf als Krankenpfleger viele Menschen erlebt, die ihr Leben lang nur gearbeitet haben – mit dem Ziel, irgendwann ihre wohlverdiente Rente zu genießen. Doch viele haben sie gar nicht mehr erreicht oder waren körperlich so angeschlagen, dass von „Genuss“ keine Rede mehr war.

Deshalb: Lebt im Hier und Jetzt. Genießt euer Leben heute, nicht nur später.
Natürlich solltet ihr vorsorgen – aber steckt nicht alles in die Zukunft. Gönnt euch auch etwas im Jetzt.


Zeit ist Geld

Ein einfaches Beispiel:
Ihr wollt ein kleines Nebeneinkommen aufbauen und fangt an, selbstgestrickte Socken zu verkaufen.
Ihr verkauft ein Paar für 27,99 €, die Wolle kostet 3,99 €, und ihr braucht 8 Stunden dafür. Euer Stundenlohn? Rund 3 €. Das ist etwa der Mindestlohn in Bulgarien – also kein echtes Geschäft.

Wenn ihr das Stricken jedoch als Hobby seht, das euch entspannt, und ihr verkauft eure Werke einfach nebenbei – dann ist das etwas anderes. Ihr verdient Geld mit etwas, das ihr ohnehin gern tut. Das ist ein echter Win-Win.

Wenn euch etwas Zeit einspart, kann das ebenfalls ein Gewinn sein:
Ihr wechselt vielleicht den Job und kommt von einer 40-Stunden-Woche auf eine 37-Stunden-Woche.
Bei der 40-Stunden-Woche bekommt ihr am Monatsende 4.000 € – das entspricht einem Stundenlohn von 23,08 €.
In der 37-Stunden-Woche verdient ihr zwar „nur“ 3.900 €, aber das ergibt einen Stundenlohn von 24,32 €.
Das heißt: 1,24 € mehr pro Stunde – bei gleichzeitig mehr Freizeit, die ihr nach euren Vorstellungen nutzen könnt.

Manchmal ist also nicht das höhere Gehalt der wahre Gewinn, sondern die zusätzliche Lebenszeit, die ihr dadurch zurückbekommt.


Mehr Standbeine = mehr Sicherheit

Ich selbst habe neben meinem Hauptberuf den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt. Das zweite Standbein läuft nebenher, aber wenn mein Hauptjob wegfallen würde, könnte ich es problemlos ausbauen. Standbein drei und vier sind bereits in Arbeit.

Überlegt euch, ob es für euch sinnvoll sein könnte, eure Hauptstelle etwas zu reduzieren und zusätzlich einen Minijob oder eine Nebentätigkeit aufzunehmen.
So schafft ihr finanzielle Sicherheit und oft auch neue berufliche Perspektiven.

Und das Prinzip gilt nicht nur im Beruf: Auch bei Investments und Altersvorsorge ist Diversifikation das Zauberwort – also nicht alles auf eine Karte setzen.


Günstig ist nicht gleich billig

„Wer billig kauft, kauft zweimal“ – an dieser alten Weisheit ist viel dran.

Beispiel 1:
Ein Textmarker kostet 0,89 €, ein anderer 1,29 €. Der günstigere hält fünf Seiten, der teurere acht.
Pro Seite gerechnet ist der teurere also günstiger – auch wenn er mehr kostet.

Beispiel 2:
Ihr kauft Wandfarbe für 29,99 € / 10 l, müsst aber nachstreichen und zahlt am Ende 44,99 €.
Euer Nachbar kauft bessere Farbe für 38,99 €, braucht nur einen Eimer – und spart.

Fazit:
Günstig bedeutet gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, nicht den niedrigsten Preis.
Das gilt für Produkte genauso wie für Dienstleistungen oder Versicherungen. Ich zahle lieber ein paar Euro mehr, wenn Service und Leistung stimmen – denn Stress kostet auch Geld und Nerven.


Geben ist seliger als Nehmen

Gutes tun muss nicht teuer sein. Es sind oft die kleinen Gesten, die zählen.

Ein Beispiel: Trinkgeld. Ich halte mich an die 10 %-Faustregel.
Wenn die Rechnung 50,50 € beträgt – warum nicht auf 55 € aufrunden? Das macht einen echten Unterschied für Servicekräfte, die oft auf Trinkgeld angewiesen sind.

Und ja, manchmal ist der Service schlecht – aber vielleicht hatte der Kellner einfach einen miesen Tag. Mit einem freundlichen Wort und einem fairen Trinkgeld kann man jemanden aufmuntern. Und wer regelmäßig in dasselbe Restaurant geht, wird sich über kurz oder lang über besseren Service freuen – garantiert.

Auch im Freundes- oder Familienkreis lässt sich dieser Gedanke leben:
Wenn es euch gut geht und jemandem aus eurem Umfeld gerade nicht, ladet ihn doch einfach mal ein oder helft mit Kleinigkeiten aus.
Es geht nicht um Geld, sondern um Mitgefühl. Geben macht glücklich – beide Seiten.